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Was kostet Keller abdichten? Preise 2026 in Österreich

Ein feuchter Keller ist in Österreich keine Seltenheit — besonders in Altbauten, Häusern in Hanglage und Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel. Feuchtigkeit im Keller führt zu Schimmelbildung, beschädigt die Bausubstanz und mindert den Immobilienwert erheblich. Die Kosten für eine Kellerabdichtung variieren stark je nach Methode und Schadensausmaß: Von 80 EUR pro Quadratmeter für eine Innenabdichtung bis über 400 EUR pro Laufmeter für eine Außenabdichtung mit Grabungsarbeiten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen alle Methoden, Kosten und Fördermöglichkeiten.

Innenabdichtung — die schnelle Lösung ohne Grabungsarbeiten

Die Innenabdichtung ist die kostengünstigere Variante der Kellerabdichtung und kommt ohne aufwendige Erdarbeiten an der Gebäudeaußenseite aus. Die Kosten liegen zwischen 80 und 150 EUR pro Quadratmeter Kellerwandfläche, abhängig von der gewählten Methode und dem Zustand der Wände. Bei der Innenabdichtung werden spezielle mineralische Dichtschlämmen oder Sperrputze auf die Kellerinnenwände aufgetragen, die das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern. Diese Materialien sind dampfdiffusionsoffen, das heißt, sie lassen Restfeuchtigkeit aus der Wand nach innen entweichen, während sie gleichzeitig neues Wasser von außen abhalten. Vor der Abdichtung müssen die Kellerwände gründlich vorbereitet werden: Alter Putz, der durch Feuchtigkeit geschädigt ist, muss abgeschlagen werden, Salzausblühungen werden entfernt und der Untergrund wird mit einem Haftgrund vorbehandelt. Anschließend werden mindestens zwei Lagen Dichtschlämme aufgetragen, wobei jede Lage vollständig durchtrocknen muss. Der Nachteil der Innenabdichtung: Sie verhindert zwar den Feuchtigkeitseintritt in den Kellerraum, das Mauerwerk selbst bleibt jedoch feucht und wird weiterhin durch Wasser und Frost belastet. Daher ist die Innenabdichtung eher als ergänzende Maßnahme oder als Lösung für Fälle zu sehen, in denen eine Außenabdichtung nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Für einen durchschnittlichen Keller mit 60 Quadratmetern Wandfläche liegen die Gesamtkosten bei 5.000 bis 9.000 EUR inklusive aller Vorarbeiten und Materialien.

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Außenabdichtung — die nachhaltige Lösung für dauerhaften Schutz

Die Außenabdichtung gilt als die wirksamste und nachhaltigste Methode der Kellerabdichtung, da sie das Wasser bereits vor dem Mauerwerk abfängt. Die Kosten liegen zwischen 200 und 400 EUR pro Laufmeter Kelleraußenwand und sind damit deutlich höher als bei der Innenabdichtung. Der Grund für die hohen Kosten sind die aufwendigen Erdarbeiten: Die gesamte Kelleraußenwand muss bis zur Fundamentsohle freigelegt werden, was bei einem typischen Keller eine Grabungstiefe von 2 bis 3 Metern bedeutet. Diese Arbeiten werden in der Regel mit einem Minibagger durchgeführt, erfordern aber auch viel Handarbeit, besonders an Ecken, bei Leitungsdurchführungen und in der Nähe von Nachbargebäuden. Nach dem Freilegen wird die Kelleraußenwand gereinigt, Risse und Fehlstellen werden mit Mörtel verschlossen und die neue Abdichtung wird aufgebracht. Als Abdichtungsmaterial kommen bituminöse Dickbeschichtungen, Bitumenbahnen oder Kunststoffdichtungsbahnen zum Einsatz. Auf die Abdichtung wird eine Drainage- und Schutzschicht montiert, die das Wasser nach unten zur Drainage ableitet und die Abdichtung vor mechanischer Beschädigung beim Verfüllen schützt. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 40 Laufmetern Kelleraußenwand betragen die Gesamtkosten 8.000 bis 16.000 EUR. Diese Investition lohnt sich langfristig, da eine fachgerecht ausgeführte Außenabdichtung 30 bis 50 Jahre hält und die Bausubstanz nachhaltig schützt. In Österreich ist die Außenabdichtung bei Neubauten nach ÖNORM B 3692 Pflicht und wird von qualifizierten Bauunternehmen standardmäßig ausgeführt.

Was beeinflusst den Preis?

  • Methode: Innenabdichtung ist deutlich günstiger als Außenabdichtung, aber weniger nachhaltig
  • Mauerwerksart: Bruchsteinmauerwerk in Altbauten ist aufwendiger abzudichten als modernes Betonmauerwerk
  • Grundwasserspiegel: Hoher Grundwasserdruck erfordert aufwendigere und teurere Abdichtungsmethoden
  • Zugänglichkeit: Enge Bebauung oder Nachbargebäude erschweren die Grabungsarbeiten und erhöhen die Kosten
  • Schadensausmaß: Leichte Feuchtigkeit erfordert andere Maßnahmen als massiver Wassereinbruch

Horizontalsperre und Injektionsverfahren — gegen aufsteigende Feuchtigkeit

Aufsteigende Feuchtigkeit ist ein typisches Problem in österreichischen Altbauten, bei denen keine oder eine defekte Horizontalsperre vorhanden ist. Eine Horizontalsperre verhindert, dass Bodenfeuchtigkeit durch Kapillarwirkung im Mauerwerk aufsteigt und im schlimmsten Fall bis in die Wohngeschosse gelangt. Die Kosten für eine nachträgliche Horizontalsperre liegen zwischen 150 und 300 EUR pro Laufmeter Mauerlänge. Das am häufigsten verwendete Verfahren ist das Injektionsverfahren, bei dem in regelmäßigen Abständen von 10 bis 15 Zentimetern Bohrlöcher in das Mauerwerk gesetzt und mit einem speziellen Abdichtungsharz oder Silikonharz gefüllt werden. Das Harz verteilt sich in den Kapillaren des Mauerwerks und bildet eine durchgehende Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Die Kosten für das Injektionsverfahren liegen bei 100 bis 250 EUR pro Laufmeter und hängen von der Mauerwerksdicke und dem verwendeten Material ab. Bei dünnem Mauerwerk bis 30 Zentimeter genügt eine Bohrlochreihe, bei dickerem Mauerwerk muss von beiden Seiten injiziert werden. Das Mauersägeverfahren ist eine Alternative, bei der das Mauerwerk horizontal aufgesägt und eine Kunststoffbahn oder Edelstahlplatte als Sperre eingelegt wird. Dieses Verfahren ist mit 200 bis 350 EUR pro Laufmeter teurer, gilt aber als besonders zuverlässig. Es eignet sich allerdings nur für Mauerwerk mit durchgehenden Lagerfugen und nicht für Bruchsteinmauerwerk, wie es in vielen österreichischen Altbauten vorkommt. Nach dem Einbau der Horizontalsperre muss der feuchte Putz unterhalb der Sperre entfernt und durch einen Sanierputz ersetzt werden, der die im Mauerwerk verbliebene Restfeuchtigkeit aufnimmt und nach außen abgibt. Dieser Trocknungsprozess dauert je nach Durchfeuchtungsgrad sechs Monate bis zwei Jahre.

Tipps zum Sparen

  1. 1 Lassen Sie vor der Abdichtung die genaue Ursache der Feuchtigkeit von einem Bausachverständigen feststellen — die falsche Methode kann das Problem verschlimmern statt lösen.
  2. 2 Kombinieren Sie Innen- und Außenabdichtung für maximalen Schutz: Die Außenabdichtung hält das Wasser vom Mauerwerk fern, die Innenabdichtung bietet zusätzliche Sicherheit.
  3. 3 Achten Sie auf das Lüftungsverhalten: Im Sommer sollte der Keller nicht bei schwülem Wetter gelüftet werden, da die warme, feuchte Außenluft an den kühlen Kellerwänden kondensiert.
  4. 4 Prüfen Sie die Möglichkeit einer Förderung über die Wohnbauförderung Ihres Bundeslandes, besonders wenn die Kellerabdichtung im Rahmen einer Gesamtsanierung erfolgt.

Drainage und Trockenlegung — das Gesamtkonzept gegen Kellerfeuchtigkeit

Eine Drainage rund um das Gebäude leitet Regenwasser und Hangwasser gezielt ab und verhindert, dass sich Wasser an der Kelleraußenwand staut. Die Kosten für eine Ringdrainage liegen bei 80 bis 180 EUR pro Laufmeter und umfassen das Ausheben eines Grabens neben dem Fundament, das Verlegen von Drainagerohren in einem Kiesbett, das Einpacken in Filtervlies und den Anschluss an die Kanalisation oder einen Sickerschacht. Die Drainage wird üblicherweise gleichzeitig mit der Außenabdichtung eingebaut, da der Graben ohnehin ausgehoben werden muss. In Hanglage, wie sie in vielen österreichischen Gemeinden vorkommt, ist eine Drainage besonders wichtig, da das Hangwasser enormen Druck auf die Kellerwände ausüben kann. Hier empfiehlt sich eine Kombination aus Ringdrainage und Flächendrainage auf der Hangseite. Bei akuter Durchfeuchtung des Kellers muss vor der Abdichtung eine Bautrocknung durchgeführt werden. Professionelle Bautrocknungsgeräte kosten 30 bis 80 EUR pro Tag Miete, die Trocknung dauert je nach Durchfeuchtungsgrad 2 bis 8 Wochen. Der Stromverbrauch der Geräte ist erheblich und sollte in die Kalkulation einbezogen werden. Alternativ kann ein Fachbetrieb die komplette Trocknung durchführen, was bei einem durchschnittlichen Keller 1.500 bis 4.000 EUR kostet, aber den Vorteil hat, dass der Trocknungsverlauf überwacht und dokumentiert wird. In Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel, etwa in den Flusstälern von Donau, Mur und Inn, reichen passive Abdichtungsmethoden manchmal nicht aus. Hier kommen druckwasserdichte Kellerkonstruktionen, sogenannte weiße Wannen, oder Pumpensysteme zum Einsatz, die das Grundwasser aktiv abpumpen. Diese Maßnahmen sind deutlich teurer und sollten immer von einem spezialisierten Bausachverständigen geplant werden.

Häufige Fragen

Typische Anzeichen sind feuchte Flecken an den Wänden, muffiger Geruch, Salzausblühungen (weiße Kristalle auf dem Mauerwerk), abblätternder Putz, Schimmelbildung und Wasseransammlungen nach Regenfällen. Auch eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit über 65 Prozent deutet auf ein Feuchtigkeitsproblem hin. Ein Hygrometer aus dem Baumarkt für 10 bis 20 EUR gibt Ihnen schnell Aufschluss.

Für leichte bis mittlere Feuchtigkeitsbelastung kann eine Innenabdichtung ausreichend sein. Bei starkem Wasserandrang, drückendem Grundwasser oder massiven Betonschäden ist jedoch eine Außenabdichtung die deutlich bessere und nachhaltigere Lösung. Ein Bausachverständiger kann nach einer Vor-Ort-Begutachtung die richtige Methode empfehlen.

Eine Innenabdichtung für einen durchschnittlichen Keller dauert 3 bis 5 Arbeitstage. Eine Außenabdichtung mit Grabungsarbeiten und Drainage benötigt 2 bis 4 Wochen, abhängig von der Gebäudegröße und den Bodenverhältnissen. Hinzu kommt die anschließende Trocknungsphase von mehreren Wochen bis Monaten. Auf FixBuddy können Sie schnell Angebote von Fachbetrieben in Ihrer Nähe einholen und Zeitpläne vergleichen.

Direkte Förderungen für die Kellerabdichtung allein gibt es selten. Wenn die Abdichtung jedoch im Rahmen einer umfassenden thermischen Sanierung erfolgt, kann sie in die Wohnbauförderung des jeweiligen Bundeslandes einbezogen werden. Nach Hochwasserereignissen gibt es zudem Sonderförderprogramme des Katastrophenfonds. Informieren Sie sich bei Ihrer Landesregierung über aktuelle Programme.

Ja, das Injektionsverfahren ist die gängigste Methode gegen aufsteigende Feuchtigkeit und kommt komplett ohne Grabungsarbeiten aus. Dabei werden Bohrlöcher in die Kellerwand gesetzt und mit Abdichtungsharz gefüllt, das eine Horizontalsperre bildet. Die Erfolgsquote liegt bei fachmännischer Ausführung bei über 90 Prozent. Elektroosmose-Systeme sind eine weitere grabungsfreie Option, ihre Wirksamkeit ist aber wissenschaftlich umstritten.

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