Was kostet Schimmel entfernen? Preise 2026 in Österreich
Schimmel in der Wohnung ist nicht nur ein optisches Problem, sondern ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko, das schnelles Handeln erfordert. Je nach Ausmaß des Befalls, der Ursache und der notwendigen Sanierungsmaßnahmen liegen die Kosten zwischen 80 EUR für einen einfachen Schimmeltest und bis zu 5.000 EUR für eine umfassende Sanierung mit Ursachenbehebung. Besonders in österreichischen Altbauten mit ihren massiven Wänden und oft unzureichender Dämmung tritt Schimmel häufig auf. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Kosten auf Sie zukommen, wann ein Fachbetrieb notwendig ist und wie Sie Schimmel dauerhaft vermeiden können.
Schimmelarten und Gesundheitsrisiken - warum schnelles Handeln wichtig ist
Schimmel in Wohnräumen ist in Österreich ein weit verbreitetes Problem. Laut Studien ist jede fünfte Wohnung in Österreich von Schimmelbefall betroffen, in Altbauten sogar jede dritte. Dabei gibt es verschiedene Schimmelarten mit unterschiedlichem Gefährdungspotenzial. Der schwarze Schimmel (Aspergillus niger oder Stachybotrys) gilt als besonders gesundheitsgefährdend und kann Atemwegserkrankungen, Allergien und bei dauerhafter Exposition sogar chronische Beschwerden auslösen. Grüner Schimmel (Penicillium) tritt häufig auf Lebensmitteln und in feuchten Ecken auf und verbreitet sich rasch über Sporen in der Raumluft. Weißer Schimmel wird oft übersehen, da er kaum sichtbar ist, kann aber ebenso gesundheitsschädlich sein. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder einem geschwächten Immunsystem. Die Sporen des Schimmels verbreiten sich über die Luft und können selbst in Räumen ohne sichtbaren Befall nachgewiesen werden. Daher ist bei jedem Schimmelbefall eine rasche Reaktion entscheidend. Kleine Flächen unter einem halben Quadratmeter können mit entsprechenden Schutzmaßnahmen selbst behandelt werden, bei größeren Flächen sollte jedoch unbedingt ein zertifizierter Fachbetrieb hinzugezogen werden, da unsachgemäße Entfernung die Sporenbelastung sogar verschlimmern kann.
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Ursachenanalyse - der wichtigste Schritt vor der Sanierung
Bevor der Schimmel entfernt wird, muss die Ursache gefunden und behoben werden, sonst kommt der Schimmel garantiert wieder. Die häufigsten Ursachen für Schimmelbefall in österreichischen Wohnungen sind Wärmebrücken an schlecht gedämmten Außenwänden, undichte Stellen im Dach oder an Fenstern, aufsteigende Feuchtigkeit im Erdgeschoß und Kellerbereich sowie unzureichendes Lüftungsverhalten. Besonders in Wiener Gründerzeithäusern aus der Zeit um 1900 sind Wärmebrücken an Außenwänden, Fensterleibungen und Geschoßdecken ein häufiges Problem. Die massiven Ziegelwände sind zwar bauphysikalisch gut, aber die fehlende Außendämmung führt dazu, dass die Wandoberfläche im Winter unter den Taupunkt abkühlt und sich Kondenswasser bildet. Eine professionelle Ursachenanalyse durch einen Sachverständigen kostet zwischen 200 und 500 EUR und umfasst eine Feuchtigkeitsmessung der betroffenen Wände, eine Thermografie zur Erkennung von Wärmebrücken und gegebenenfalls eine Leckortung bei Verdacht auf undichte Leitungen. Die Ursachenbehebung selbst kann je nach Problem zwischen 500 und 3.000 EUR kosten. Eine nachträgliche Innendämmung der betroffenen Wand liegt bei 50 bis 120 EUR pro Quadratmeter, der Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung bei 2.000 bis 5.000 EUR und die Abdichtung eines feuchten Kellers bei 3.000 bis 10.000 EUR. Diese Investition lohnt sich jedoch langfristig, da ohne Ursachenbehebung der Schimmel innerhalb weniger Monate zurückkehrt.
Was beeinflusst den Preis?
- Größe der befallenen Fläche: Kleine Stellen sind günstig, großflächiger Befall erfordert aufwendige Sanierung
- Ursache des Schimmels: Eine einfache Lüftungsanpassung ist günstiger als eine nachträgliche Außendämmung
- Tiefe des Befalls: Oberflächlicher Schimmel auf Tapete ist schnell entfernt, Befall im Mauerwerk erfordert Putzabtragung
- Zugänglichkeit: Schimmel hinter Einbaumöbeln oder abgehängten Decken verursacht höheren Aufwand
- Notwendige Nacharbeiten: Neue Tapete, Anstrich oder Putz nach der Sanierung kosten zusätzlich
Professionelle Schimmelsanierung - Ablauf und Kosten im Detail
Eine professionelle Schimmelsanierung durch einen zertifizierten Fachbetrieb folgt einem standardisierten Ablauf, der eine dauerhafte Beseitigung sicherstellt. Zunächst wird der betroffene Bereich mit Folie abgeschottet, um eine Verbreitung der Sporen in andere Räume zu verhindern. Die Fachleute tragen dabei Schutzausrüstung mit Atemschutzmasken der Klasse FFP3. Dann wird der befallene Putz, Tapete oder sonstiges Material großflächig entfernt, wobei ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 Zentimetern über den sichtbaren Befall hinaus eingehalten wird. Die freigelegte Fläche wird mit einem professionellen Schimmelentferner behandelt und nach ausreichender Einwirkzeit trocknen gelassen. Anschließend wird ein spezieller Schimmelschutzanstrich oder -putz aufgetragen, der fungizide Wirkstoffe enthält und ein erneutes Wachstum hemmt. Für eine kleine Fläche unter einem Quadratmeter liegen die Kosten bei 200 bis 500 EUR inklusive Materialien und Arbeit. Bei einer mittleren Fläche von ein bis drei Quadratmetern rechnen Sie mit 500 bis 1.200 EUR. Große Flächen über drei Quadratmeter oder Befall in mehreren Räumen können schnell 1.500 bis 3.000 EUR kosten. Kommt eine umfassende Ursachenbehebung wie Dämmung oder Abdichtung hinzu, steigen die Gesamtkosten auf 2.000 bis 5.000 EUR. Eine Raumluftmessung nach der Sanierung für 150 bis 400 EUR bestätigt den Erfolg und dokumentiert die unbedenkliche Sporenbelastung.
Tipps zum Sparen
- 1 Lüften Sie mindestens dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten quer, besonders in Bad, Küche und Schlafzimmer - Stoßlüften ist effektiver als gekippte Fenster.
- 2 Lassen Sie bei kleinem Befall unter 0,5 m2 nicht einfach mit Hausmitteln darüber, sondern messen Sie zuerst die Wandfeuchtigkeit - oft steckt ein größeres Problem dahinter.
- 3 Holen Sie bei Mietwohnungen immer zuerst ein unabhängiges Gutachten ein, bevor Sie auf eigene Kosten sanieren - der Vermieter ist bei baulichen Mängeln zahlungspflichtig.
- 4 Achten Sie darauf, dass der beauftragte Fachbetrieb nach ÖNORM B 6010 arbeitet und eine Freimessung nach der Sanierung anbietet.
Mietrecht und Versicherung bei Schimmel in Österreich
In Österreich ist die Rechtslage bei Schimmel in Mietwohnungen klar geregelt, aber in der Praxis oft strittig. Grundsätzlich ist der Vermieter für die Erhaltung des Mietobjekts in einem bewohnbaren Zustand verantwortlich. Liegt die Ursache des Schimmels in einem baulichen Mangel wie schlechter Dämmung, undichtem Dach oder defekten Rohren, muss der Vermieter die Sanierung bezahlen. Entsteht der Schimmel hingegen durch falsches Lüftungs- oder Heizverhalten des Mieters, trägt dieser die Kosten. In der Praxis ist die Beweislage oft schwierig, weshalb ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen empfehlenswert ist. Die Kosten für ein Gutachten von 300 bis 800 EUR können sich lohnen, wenn dadurch die Verantwortlichkeit geklärt wird. Bei erheblichem Schimmelbefall hat der Mieter nach dem Mietrechtsgesetz das Recht auf eine Mietminderung, die je nach Ausmaß 10 bis 50 Prozent der Miete betragen kann. Die Arbeiterkammer und der Mietervereinigung bieten in allen Bundesländern kostenlose Erstberatung an. Was die Versicherung betrifft: Die Haushaltsversicherung deckt Schimmelschäden in der Regel nicht ab, da Schimmel als vermeidbarer Schaden gilt. Wurde der Schimmel jedoch durch einen versicherten Wasserschaden verursacht, können die Sanierungskosten über die Gebäudeversicherung oder die Haushaltsversicherung abgerechnet werden. Dokumentieren Sie den Schimmelbefall daher immer sofort mit Fotos und Datum, bevor Sie mit der Sanierung beginnen.
Häufige Fragen
Kleine Schimmelstellen unter 0,5 Quadratmetern können Sie mit Isopropylalkohol (70-80%) und einer FFP2-Maske selbst behandeln. Verwenden Sie niemals Chlorreiniger, da dieser die Sporen nur bleicht, aber nicht abtötet. Bei größeren Flächen, bei schwarzem Schimmel oder bei wiederkehrendem Befall sollten Sie unbedingt einen zertifizierten Fachbetrieb beauftragen, da unsachgemäße Entfernung die Sporenbelastung in der gesamten Wohnung massiv erhöhen kann.
Je schneller, desto besser. Schimmel breitet sich bei günstigen Bedingungen rasch aus und kann bereits nach wenigen Wochen tief ins Mauerwerk eindringen. Besonders bei schwarzem Schimmel sollten Sie innerhalb weniger Tage handeln. Bis der Fachbetrieb kommt, können Sie die betroffenen Räume stärker lüften, die Luftfeuchtigkeit mit einem Entfeuchter senken und den direkten Kontakt mit der befallenen Stelle vermeiden.
In den meisten Fällen leider nicht. Die Haushaltsversicherung schließt Schimmel in der Regel als vermeidbaren Schaden aus. Eine Ausnahme besteht, wenn der Schimmel nachweislich durch einen versicherten Wasserschaden entstanden ist, etwa durch einen Rohrbruch. In diesem Fall übernimmt die Gebäude- oder Haushaltsversicherung die Sanierungskosten. Dokumentieren Sie den Schaden immer sofort mit Fotos und melden Sie ihn unverzüglich der Versicherung.
Achten Sie auf eine Zertifizierung nach ÖNORM B 6010 oder eine Ausbildung als geprüfter Schimmelpilzsanierer. Seriöse Betriebe führen immer zuerst eine Ursachenanalyse durch, bevor sie mit der Sanierung beginnen, und bieten eine Freimessung nach Abschluss an. Über FixBuddy können Sie kostenlos Angebote von geprüften Malerbetrieben und Sanierungsfirmen in Ihrer Region einholen und die Preise transparent vergleichen.
Wenn nur der Schimmel entfernt, aber die Ursache nicht behoben wird, kommt er mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb weniger Monate zurück. Deshalb ist die Ursachenanalyse der wichtigste Teil der Sanierung. Nach einer fachgerechten Sanierung mit Ursachenbehebung, kombiniert mit richtigem Lüftungsverhalten und einer Raumluftfeuchtigkeit unter 60 Prozent, sollte der Schimmel dauerhaft verschwunden sein.
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