Mitarbeiter finden im Handwerk: Strategien gegen den Fachkraeftemangel
Der Fachkraeftemangel im Handwerk ist in Österreich so akut wie nie: Laut WKO fehlen allein in Wien tausende qualifizierte Handwerker, und die Lage verschaerft sich jährlich. Für Handwerksbetriebe bedeutet das, dass klassische Inserate längst nicht mehr ausreichen, um gute Mitarbeiter zu gewinnen. Wer im Wettbewerb um Fachkraefte bestehen will, braucht eine klare Strategie - von der richtigen Plattformwahl bis zum überzeugenden Arbeitgeberauftritt. Gleichzeitig kann eine wachsende Auftragslage - etwa über Plattformen wie FixBuddy - genau der Anlass sein, den ersten Mitarbeiter einzustellen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen konkrete Wege, wie Sie als kleiner oder mittlerer Handwerksbetrieb qualifizierte Mitarbeiter finden und langfristig halten können.
Die richtigen Plattformen nutzen: AMS, karriere.at und willhaben
Die Wahl der richtigen Job-Plattform ist entscheidend. Das AMS (Arbeitsmarktservice) ist für viele Handwerker die erste Anlaufstelle bei der Jobsuche - Inserate dort sind kostenlos und erreichen eine breite Zielgruppe. Für qualifiziertere Positionen empfiehlt sich karriere.at, wo Sie mit gezielten Filtern nach Berufserfahrung und Region suchen können. Ein Inserat dort kostet ab ca. 500 EUR, erreicht aber eine deutlich höhere Sichtbarkeit. willhaben Jobs hat sich als unterschätzte Alternative etabliert: Viele Handwerker suchen dort eher informell nach Stellen, die Inserat-Kosten liegen bei rund 100 bis 300 EUR. Zusätzlich sollten Sie regionale Kanäle nicht vernachlaessigen. Bezirks- und Gemeindezeitungen, Aushangbretter in Baufachmaerkten und lokale Facebook-Gruppen erreichen Kandidaten, die auf den großen Plattformen nicht aktiv suchen. Die WKO-Lehrstellenbörse ist speziell für die Suche nach Lehrlingen konzipiert. Tipp: Schalten Sie Ihr Inserat parallel auf mindestens drei Kanälen - die Streuung erhöht Ihre Chancen erheblich. Achten Sie auf eine klare Formulierung mit konkretem Gehalt (Kollektivvertrag plus Überzahlung), Arbeitszeiten und Benefits.
Checkliste
Lehrlingsausbildung als langfristige Recruiting-Strategie
Die duale Ausbildung in Österreich ist einer der besten Wege, um langfristig Fachkraefte aufzubauen. Wer Lehrlinge ausbildet, formt sie nach den eigenen Betriebsstandards und kann sie nach der Lehre direkt als Fachkraefte übernehmen. Die Lehrlingsentschaedigung liegt je nach Gewerk und Lehrjahr zwischen 800 und 1.800 EUR brutto monatlich - deutlich günstiger als eine Fachkraft auf dem freien Markt. Dazu kommen attraktive Förderungen: Die WKO bietet den Ausbildungsbonus (bis 2.000 EUR pro Lehrling), und das AMS fördert Lehrlinge in Mangelberufen besonders. Seit 2024 gibt es zudem erhöhte Prämien für Betriebe, die in bestimmten Handwerksberufen ausbilden. Der Aufwand ist allerdings nicht zu unterschätzen: Sie benötigen einen Ausbildungsberechtigten im Betrieb (Meisterprüfung oder Ausbilderprüfung), müssen einen Ausbildungsplan erstellen und den Lehrling regelmäßig in die Berufsschule schicken. Rechnen Sie in den ersten Monaten mit reduzierter Produktivitaet. Ab dem zweiten Lehrjahr leisten Lehrlinge jedoch bereits wertvolle Arbeit, und nach drei bis vier Jahren haben Sie eine voll ausgebildete Fachkraft, die Ihren Betrieb kennt und schätzt. Zeigen Sie Ihren Lehrlingen dabei auch, wie moderne Auftragsakquise über Plattformen wie FixBuddy funktioniert - das gehört heute zum Handwerk dazu.
So gehts - Schritt für Schritt
Erstellen Sie ein ehrliches, konkretes Inserat mit Gehaltsspanne, Arbeitszeiten und Benefits. Vermeiden Sie Floskeln wie teamfaehig und belastbar.
Melden Sie Ihre offene Stelle beim AMS und lassen Sie sich als Ausbildungsbetrieb registrieren. Die Berater können gezielt Kandidaten vorschlagen.
Aktualisieren Sie Ihr Google-Profil mit aktuellen Fotos und Bewertungen. Bewerber googeln Ihren Betrieb, bevor sie sich bewerben.
Informieren Sie sich bei der WKO über aktuelle Förderungen für Lehrlingsbetriebe und Neueinstellungen in Mangelberufen.
Bieten Sie bestehenden Mitarbeitern 500-1.000 EUR Prämie für erfolgreiche Vermittlungen. Mundpropaganda ist im Handwerk der beste Recruiting-Kanal.
Employer Branding: Als kleiner Betrieb attraktiv werden
Employer Branding klingt nach Grosskonzern, ist aber gerade für kleine Handwerksbetriebe entscheidend. Die Frage, die sich jeder Bewerber stellt: Warum soll ich bei Ihnen arbeiten und nicht beim Betrieb nebenan? Beginnen Sie mit den Basics: Faire Bezahlung über Kollektivvertrag, puenktliche Lohnzahlung, modernes Werkzeug und saubere Firmenfahrzeuge signalisieren Wertschätzung. Flexible Arbeitszeiten sind im Handwerk schwieriger umzusetzen, aber eine Vier-Tage-Woche oder Gleitzeitmodelle für die Werkstattarbeit werden immer häufiger angeboten. Zeigen Sie Ihren Betrieb online: Eine gepflegte Webseite mit Teamfotos, ein aussagekräftiges Profil auf Plattformen wie FixBuddy, ein Google-Unternehmensprofil und gelegentliche Beiträge auf Social Media (Instagram eignet sich hervorragend für Vorher-Nachher-Bilder) machen Sie sichtbar. Nutzen Sie zufriedene Mitarbeiter als Botschafter - eine Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Prämie von 500 bis 1.000 EUR zahlt sich aus, wenn Sie dadurch Recruiting-Kosten von 3.000 bis 5.000 EUR für eine Agentur sparen. Wichtig: Halten Sie, was Sie versprechen. Nichts spricht sich in der Handwerksbranche schneller herum als gebrochene Zusagen.
Praxis-Tipps vom Profi
- 1 Schalten Sie Inserate nicht nur online - ein Aushang im Lagerhaus oder Baustoffhandel erreicht Handwerker, die nicht aktiv suchen.
- 2 Bieten Sie Schnuppertage an: Ein Tag im Betrieb sagt mehr als jedes Inserat und filtert unpassende Bewerber früh heraus.
- 3 Die WKO bietet kostenlose Beratung zur Lehrlingsausbildung - nutzen Sie die Lehrlingsstelle Ihres Bundeslandes.
- 4 Vergessen Sie nicht auslaendische Fachkraefte: Die Rot-Weiss-Rot-Karte erleichtert die Anstellung qualifizierter Handwerker aus Drittstaaten.
- 5 Auch Quereinsteiger können im Handwerk wertvoll sein. Überlegen Sie, welche Tätigkeiten auch ohne volle Fachausbildung möglich sind.
Häufige Fragen
Ein Einzelinserat auf karriere.at kostet ab ca. 500 EUR für 30 Tage Laufzeit. Es gibt Pakete mit mehreren Inseraten, die den Stückpreis senken. Das AMS ist kostenlos, willhaben Jobs liegt bei 100 bis 300 EUR pro Inserat. Für kleine Betriebe empfiehlt sich die Kombination aus kostenlosem AMS-Inserat und einem bezahlten Portal.
Im Schnitt dauert der Recruiting-Prozess für eine Fachkraft im Handwerk 4 bis 12 Wochen. In Mangelberufen wie Installateur oder Elektriker kann es auch länger dauern. Beginnen Sie die Suche frühzeitig, idealerweise 2 bis 3 Monate vor dem gewünschten Starttermin. Je attraktiver Ihr Angebot, desto schneller finden Sie Kandidaten.
Die wichtigsten Förderungen sind der WKO-Ausbildungsbonus (bis 2.000 EUR), die AMS-Lehrstellenförderung für Betriebe in Mangelberufen und diverse Landes-Förderungen. Zusätzlich können Betriebe die Ausbildungskosten steuerlich absetzen. Die WKO-Lehrlingsstelle Ihres Bundeslandes informiert kostenlos über alle aktuellen Fördermöglichkeiten.
Recruiting-Agenturen berechnen typischerweise 2 bis 3 Monatsgehälter als Provision - für eine Fachkraft also 5.000 bis 10.000 EUR. Das lohnt sich nur, wenn Sie dringend eine Schlüsselposition besetzen müssen und eigene Versuche gescheitert sind. Für die meisten Handwerksbetriebe sind eigene Inserate plus Mundpropaganda die kosteneffizientere Lösung.
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