Was kostet eine Elektroinstallation? Preise 2026 in Österreich
Eine moderne und sichere Elektroinstallation ist das Rückgrat jedes Haushalts und entscheidend für den Brandschutz. In Österreich kosten Elektroarbeiten je nach Umfang zwischen 60 EUR für einen neuen Lichtschalter und bis zu 18.000 EUR für die Komplettsanierung einer Wohnung. Besonders in Altbauten mit veralteter Nullung ist eine Elektrosanierung oft dringend nötig, um die Sicherheit zu gewährleisten und die aktuellen ÖVE/ÖNORM-Vorschriften zu erfüllen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Elektroarbeiten wie viel kosten und worauf Sie bei der Auswahl eines Elektrikers achten sollten.
Komplettsanierung der Elektrik - was kostet die Erneuerung?
Eine Komplettsanierung der Elektroinstallation wird vor allem in Altbauten notwendig, deren Leitungen 30 Jahre oder älter sind. Aluminium-Leitungen, die bis in die 1970er Jahre verbaut wurden, sind ein häufiges Problem in österreichischen Altbauten und müssen aus Sicherheitsgründen durch Kupferleitungen ersetzt werden. Auch die alte Nullung, bei der Schutzleiter und Neutralleiter kombiniert waren, entspricht nicht mehr den aktuellen ÖVE/ÖNORM-Vorschriften und ist ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Die Kosten für eine Komplettsanierung der Elektrik in einer 80 bis 100 Quadratmeter großen Wohnung liegen zwischen 8.000 und 18.000 EUR. Dieser Preis umfasst den neuen Sicherungskasten mit Fehlerstromschutzschaltern, die komplette Neuverkabelung aller Räume, neue Steckdosen und Schalter sowie den Anschluss aller Verbraucher. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche rechnen Sie mit 15.000 bis 30.000 EUR. Die große Preisspanne ergibt sich aus dem Umfang der Arbeiten: Müssen Wände aufgestemmt und danach verputzt werden, steigen die Kosten erheblich. Liegt die Verkabelung hingegen in Leerrohren oder Kabelkanälen, können die Leitungen ohne Stemmarbeiten ausgetauscht werden. In vielen Wiener Gründerzeitwohnungen sind die Leitungen unter Putz verlegt und erfordern aufwendige Stemmarbeiten. Der Elektriker-Stundensatz in Österreich liegt 2026 zwischen 65 und 110 EUR pro Stunde, abhängig von Region und Qualifikation. In Wien und den Landeshauptstädten sind die Stundensätze tendenziell höher als im ländlichen Raum.
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Sicherungskasten und FI-Schutzschalter - das Herzstück der Elektrik
Der Sicherungskasten, fachsprachlich Verteiler oder Zählerschrank, ist die zentrale Schaltstelle Ihrer Elektroinstallation. Ein Austausch wird notwendig, wenn der bestehende Kasten veraltet ist, keine Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) vorhanden sind oder zusätzliche Stromkreise benötigt werden. Der Tausch eines Sicherungskastens kostet in Österreich zwischen 800 und 2.000 EUR inklusive Material und Arbeit. Ein neuer Verteiler für ein Einfamilienhaus mit 12 bis 24 Sicherungsautomaten, 2 bis 4 FI-Schutzschaltern und Überspannungsschutz kostet inklusive Einbau rund 1.200 bis 2.000 EUR. Für eine Wohnung mit 6 bis 12 Automaten reichen in der Regel 800 bis 1.200 EUR. Der FI-Schutzschalter, auch Fehlerstromschutzschalter oder RCD genannt, ist in Österreich für alle Steckdosenstromkreise seit 1998 Pflicht. Er erkennt Fehlerströme, die durch defekte Geräte oder beschädigte Leitungen entstehen, und schaltet den Stromkreis innerhalb von Millisekunden ab, bevor ein lebensgefährlicher Stromschlag auftreten kann. In vielen Altbauten fehlen FI-Schalter noch komplett. Die Nachrüstung eines einzelnen FI-Schutzschalters kostet 150 bis 300 EUR. Gemäß der aktuellen ÖVE/ÖNORM E 8001 sollte jeder Stromkreis einzeln abgesichert sein, was im Altbau oft nicht der Fall ist. Moderne Verteiler bieten zudem die Möglichkeit, Smart-Home-Komponenten wie Hutschienen-Aktoren für die Lichtsteuerung direkt zu integrieren. Ein Überspannungsschutz der Klasse II kostet zusätzlich 200 bis 400 EUR und schützt empfindliche Elektronik vor Blitzeinschlägen in der Nähe.
Was beeinflusst den Preis?
- Umfang der Arbeiten: Einzelne Steckdosen kosten wenig, eine Komplettsanierung ist eine große Investition
- Gebäudealter: In Altbauten sind Stemmarbeiten und Leerrohrverlegung aufwendiger als im Neubau
- Leitungslängen: Je weiter der Weg vom Sicherungskasten zum Verbraucher, desto höher die Materialkosten
- Region: Stundensätze in Wien und Landeshauptstädten liegen 10 bis 20 Prozent über dem ländlichen Raum
- Zusatzanforderungen: Überspannungsschutz, Smart-Home-Vorbereitung und Wallbox erfordern zusätzliche Leitungen
Steckdosen, Lichtschalter und Wallbox - Kosten für einzelne Installationen
Neben der Komplettsanierung sind viele Elektroarbeiten auch als Einzelmaßnahmen gefragt. Das Setzen einer neuen Steckdose kostet in Österreich zwischen 80 und 200 EUR, abhängig davon, ob ein Leerrohr vorhanden ist oder eine neue Leitung verlegt werden muss. Eine Aufputz-Steckdose ist günstiger als eine Unterputz-Variante, da keine Stemmarbeiten anfallen. Ein neuer Lichtschalter schlägt mit 60 bis 150 EUR zu Buche, wobei Dimmer und Kreuzschalter teurer sind als einfache Ausschalter. Die Installation einer Wallbox für das Elektroauto ist 2026 eines der häufigsten Elektroprojekte in Österreich. Die Wallbox selbst kostet je nach Ladeleistung und Hersteller zwischen 500 und 2.000 EUR, die Installation durch den Elektriker weitere 500 bis 1.500 EUR. Bei der Installation müssen der Elektriker die Zuleitung vom Sicherungskasten zur Garage oder zum Stellplatz verlegen, einen eigenen Sicherungsautomaten und FI-Schalter einbauen und die Wallbox fachgerecht anschließen. In Mehrparteienhäusern ist die Installation aufwendiger, da die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft eingeholt werden muss und die Zuleitung oft länger ist. In Österreich haben Wohnungseigentümer seit dem Wohnungseigentumsgesetz 2022 ein Recht auf eine Wallbox, die Kosten tragen sie aber selbst. Die Ladeleistung sollte mindestens 11 kW betragen, was einer Ladezeit von rund 4 bis 6 Stunden für eine volle Akkuladung entspricht. Für 22 kW Ladeleistung ist eine Genehmigung des Netzbetreibers erforderlich.
Tipps zum Sparen
- 1 Lassen Sie bei einer Wohnungssanierung die Elektrik gleich mitmachen, solange die Wände ohnehin offen sind - das spart die teuren Stemmarbeiten als Einzelmaßnahme.
- 2 Planen Sie großzügig: Lieber ein paar Steckdosen mehr einplanen als zu wenig. Nachträgliches Setzen ist deutlich teurer.
- 3 Bestehen Sie auf einem schriftlichen Prüfprotokoll nach Abschluss der Arbeiten - es ist Ihr Nachweis für eine fachgerechte Installation.
- 4 Fragen Sie nach einem Pauschalangebot statt Abrechnung nach Stunden, so haben Sie Kostensicherheit und können besser vergleichen.
Prüfpflicht und Sicherheitsvorschriften in Österreich
In Österreich unterliegen Elektroinstallationen strengen Vorschriften, die in den ÖVE/ÖNORM-Normen festgelegt sind. Nach jeder Neuinstallation oder wesentlichen Änderung muss eine Erstprüfung gemäß ÖVE/ÖNORM E 8001-6-61 durchgeführt werden. Diese Prüfung umfasst eine Sichtprüfung, Messungen des Isolationswiderstands, der Schleifenimpedanz und der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen sowie Funktionsprüfungen aller Schutzmaßnahmen. Das Prüfprotokoll, auch Anlagenbuch oder Elektrobefund genannt, muss vom ausführenden Elektriker ausgestellt und aufbewahrt werden. Ein Elektrobefund kostet für eine Wohnung zwischen 150 und 300 EUR, für ein Einfamilienhaus zwischen 250 und 500 EUR. Bei Vermietung oder Verkauf einer Immobilie kann der Elektrobefund vom neuen Eigentümer oder Mieter verlangt werden und gibt Auskunft über den Zustand der Elektroinstallation. In Österreich gibt es keine generelle Pflicht zur regelmäßigen Überprüfung der Elektroinstallation in Wohngebäuden, empfohlen wird jedoch eine Wiederholungsprüfung alle 10 Jahre. In Gewerbe- und Industriebetrieben sind regelmäßige Prüfungen alle 3 bis 5 Jahre gesetzlich vorgeschrieben. Elektroarbeiten dürfen in Österreich nur von konzessionierten Elektrotechnikbetrieben durchgeführt werden. Selbst einfache Arbeiten wie das Tauschen einer Steckdose darf ein Laie rechtlich nicht selbst durchführen, auch wenn viele Heimwerker dies in der Praxis tun. Im Schadensfall, etwa bei einem durch fehlerhafte Elektrik verursachten Brand, haftet der Eigentümer persönlich, wenn die Arbeiten nicht von einem Fachbetrieb ausgeführt wurden. Achten Sie daher immer auf eine gültige Gewerbeberechtigung und lassen Sie sich das Prüfprotokoll aushändigen.
Häufige Fragen
Eine gesetzliche Pflicht zur Sanierung besteht nicht, solange keine akute Gefahr vorliegt. Allerdings sind Installationen, die älter als 30 Jahre sind, oft nicht mehr zeitgemäß und können Sicherheitsrisiken bergen. Fehlende FI-Schalter, alte Aluminium-Leitungen und die veraltete Nullung sind die häufigsten Probleme. Ein Elektrobefund gibt Auskunft über den Zustand und eventuelle Mängel.
Bei der alten Nullung (klassische Nullung) wird der Schutzleiter (Erdung) mit dem Neutralleiter zusammengelegt. Bei einem Leitungsbruch im Neutralleiter kann dadurch gefährliche Spannung am Gehäuse von Elektrogeräten anliegen, ohne dass eine Sicherung auslöst. In Österreich ist die alte Nullung seit 1998 in Neuinstallationen verboten, bestehende Anlagen genießen aber Bestandsschutz.
Wallboxen bis 11 kW Ladeleistung müssen beim Netzbetreiber angemeldet, aber nicht genehmigt werden. Ab 22 kW ist eine Genehmigung des Netzbetreibers erforderlich, die in der Regel innerhalb von 4 bis 6 Wochen erteilt wird. In Mehrparteienhäusern ist zusätzlich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft nötig, wobei seit 2022 ein grundsätzliches Recht auf eine Ladestation besteht.
Achten Sie auf eine gültige Gewerbeberechtigung für Elektrotechnik, fragen Sie nach Referenzen und holen Sie mindestens drei Angebote ein. Ein seriöser Elektriker erstellt immer ein schriftliches Angebot mit detaillierter Auflistung aller Arbeiten und Materialien. Auf FixBuddy können Sie Angebote von geprüften Elektrikern in Ihrer Region vergleichen und Bewertungen anderer Kunden lesen.
Als Faustregel empfiehlt die ÖVE/ÖNORM mindestens eine Doppelsteckdose pro 4 Quadratmeter Wandfläche. In der Küche sollten mindestens 6 bis 8 Steckdosen über der Arbeitsfläche vorhanden sein, im Wohnzimmer 8 bis 12, im Schlafzimmer 4 bis 6 und im Bad 2 bis 3 mit erhöhtem Spritzwasserschutz. Planen Sie immer für die Zukunft und berücksichtigen Sie den steigenden Bedarf an USB-Ladesteckdosen.
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