Was kostet Fassade streichen? Preise 2026 in Österreich
Die Fassade ist die Visitenkarte eines Gebäudes und gleichzeitig der wichtigste Schutzschild gegen Witterungseinflüsse. In Österreich setzen Regen, Schnee, Frost und UV-Strahlung der Fassade besonders zu, weshalb ein regelmäßiger Anstrich alle 10 bis 15 Jahre empfohlen wird. Die Kosten für einen Fassadenanstrich eines Einfamilienhauses liegen je nach Zustand und Umfang zwischen 5.000 und 20.000 EUR. Hier erfahren Sie, welche Kosten auf Sie zukommen und wie Sie Förderungen optimal nutzen.
Kosten für Fassadenanstrich pro Quadratmeter
Die Kosten für einen reinen Fassadenanstrich ohne Putzausbesserung oder Dämmung liegen in Österreich bei 25 bis 50 EUR pro Quadratmeter, wobei in diesem Preis bereits das Gerüst enthalten ist. Der reine Malerpreis für das Streichen beträgt 12 bis 25 EUR pro Quadratmeter und umfasst die Grundierung sowie zwei Anstriche mit hochwertiger Fassadenfarbe. Die Gerüstkosten werden separat mit 6 bis 12 EUR pro Quadratmeter Fassadenfläche berechnet und hängen von der Gebäudehöhe und der Standzeit ab. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Fassadenfläche von 150 bis 200 Quadratmetern ergeben sich Gesamtkosten von 3.750 bis 10.000 EUR nur für den Anstrich. Die Farbwahl beeinflusst den Preis: Standard-Silikonharzfarben sind am günstigsten und bieten guten Witterungsschutz. Silikatfarben sind mineralisch und besonders dampfdurchlässig, ideal für historische Gebäude und Gebäude mit Kalkputz. Lotuseffekt-Farben mit selbstreinigender Oberfläche kosten 20 bis 30 Prozent mehr, halten die Fassade aber deutlich länger sauber. Bei dunklen oder kräftigen Farbtönen kann ein dritter Anstrich notwendig sein, was die Materialkosten um 30 bis 40 Prozent erhöht. Vor dem Anstrich müssen alte, lose Farbschichten entfernt und die Fassade gereinigt werden. Eine Hochdruckreinigung der gesamten Fassade kostet zusätzlich 3 bis 6 EUR pro Quadratmeter. Bei Algen- oder Schimmelbefall ist eine Vorbehandlung mit Fungizid erforderlich, die mit 2 bis 4 EUR pro Quadratmeter zu Buche schlägt.
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Putz erneuern und Fassade ausbessern
Wenn der vorhandene Putz Risse, Abplatzungen oder hohle Stellen aufweist, reicht ein einfacher Anstrich nicht mehr aus. Die Kosten für das Erneuern des Fassadenputzes liegen bei 40 bis 80 EUR pro Quadratmeter, abhängig von der Putzart und dem Aufwand für die Altputzentfernung. Ein vollständiger Putzabtrag und Neuverputz ist die aufwendigste Variante: Der alte Putz wird maschinell abgeschlagen, der Untergrund vorbereitet und ein neuer Putzaufbau aus Grundputz, Armierungsgewebe und Oberputz aufgebracht. Diese Vollsanierung kostet 50 bis 80 EUR pro Quadratmeter. Wenn nur einzelne Bereiche betroffen sind, genügt eine partielle Ausbesserung für 30 bis 50 EUR pro Quadratmeter der betroffenen Fläche. Risse bis 0,3 Millimeter Breite können mit elastischer Fassadenfarbe überbrückt werden. Breitere Risse müssen vorher aufgestemmt, mit Reparaturmörtel gefüllt und mit einer Armierung versehen werden. Die Sockelsanierung ist ein häufig unterschätzter Posten: Der Sockelbereich ist durch aufsteigende Feuchtigkeit, Spritzwasser und mechanische Belastung besonders beansprucht. Eine Sockelsanierung mit Dichtungsschlämme und neuem Sockelputz kostet 30 bis 60 EUR pro Laufmeter und ist wichtig, um Feuchteschäden am Mauerwerk zu verhindern. In Österreich, wo der Sockel durch Schneedruck und Tausalz zusätzlich belastet wird, ist ein spezieller Sockelputz mit Frostschutz und Feuchtigkeitssperre dringend empfehlenswert. Auch die Ausbesserung von Fensterlaibungen und -bänken sollte bei einer Fassadensanierung gleich miterledigt werden, um doppelte Gerüstkosten zu vermeiden.
Was beeinflusst den Preis?
- Fassadenzustand: Je schlechter der Zustand, desto mehr Vorarbeiten (Putz erneuern, Risse sanieren, Algenbehandlung) sind nötig
- Gebäudehöhe: Mehrstöckige Gebäude erfordern höhere Gerüste und längere Arbeitszeiten, was die Kosten deutlich erhöht
- Farbtyp und Farbtöne: Silikatfarben und Lotuseffekt-Farben kosten mehr als Standard-Dispersionsfarben, dunkle Töne brauchen mehr Anstriche
- Wärmedämmung: Eine gleichzeitige thermische Sanierung mit WDVS vervielfacht die Kosten, bringt aber langfristige Einsparungen und Förderungen
- Denkmalschutz: Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind nur bestimmte Materialien und Farben erlaubt, was die Auswahl einschränkt und Kosten erhöhen kann
Wärmedämmverbundsystem (WDVS) und thermische Sanierung
Eine Fassadensanierung bietet die ideale Gelegenheit, gleichzeitig die Wärmedämmung zu verbessern. Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) kostet komplett mit Montage, Material und Endbeschichtung zwischen 120 und 200 EUR pro Quadratmeter. Diese Investition lohnt sich langfristig: Ein WDVS kann die Heizkosten um 20 bis 40 Prozent senken, je nach vorherigem Zustand der Fassade und der gewählten Dämmstärke. Die gängigsten Dämmstoffe sind EPS (Styropor) mit 120 bis 150 EUR pro Quadratmeter, Mineralwolle mit 140 bis 180 EUR pro Quadratmeter und Holzfaserplatten mit 160 bis 200 EUR pro Quadratmeter. Mineralwolle bietet zusätzlich besseren Brandschutz und Schallschutz, Holzfaserplatten haben die besten ökologischen Eigenschaften und einen hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz. Die Dämmstärke sollte mindestens 16 Zentimeter betragen, um die Anforderungen für Förderungen zu erfüllen und einen U-Wert unter 0,2 W/m2K zu erreichen. In Österreich ist die thermische Fassadensanierung über den Sanierungsbonus des Bundes großzügig förderfähig. Bei umfassender Sanierung mit deutlicher Energieeffizienzverbesserung werden bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen. Zusätzlich bieten alle Bundesländer eigene Förderprogramme: In Wien die Wohnbauförderung für thermisch-energetische Wohnhaussanierung, in Niederösterreich den Wohnzuschuss, in Vorarlberg die Wohnbauförderung für Sanierung. Die Kombination aus Bundes- und Landesförderung kann bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten abdecken und macht eine thermische Sanierung deutlich wirtschaftlicher.
Tipps zum Sparen
- 1 Kombinieren Sie den Fassadenanstrich mit anderen Arbeiten am Gerüst wie Fenstertausch, Dachrinnenerneuerung oder Dämmung - das Gerüst wird nur einmal aufgestellt und die Gesamtkosten sinken erheblich.
- 2 Nutzen Sie die Förderungen für thermische Sanierung, wenn Sie ohnehin die Fassade streichen lassen - die Mehrkosten für ein WDVS werden durch Förderungen und Heizkostenersparnis langfristig mehr als ausgeglichen.
- 3 Lassen Sie den Fassadenanstrich im Frühjahr oder Herbst machen - die Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad sind ideal für die Trocknung, und die Betriebe haben mehr freie Kapazitäten als im Hochsommer.
- 4 Holen Sie mindestens drei Angebote ein und achten Sie darauf, dass die verwendete Farbqualität und die Anzahl der Anstriche genau spezifiziert sind - billige Farbe und nur ein Anstrich halten deutlich kürzer.
Denkmalschutz, Gerüstkosten und wann Sie einen Profi brauchen
Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten in Österreich besondere Auflagen für die Fassadengestaltung. Das Bundesdenkmalamt muss bei jeder Veränderung am äußeren Erscheinungsbild einbezogen werden. Erlaubt sind in der Regel nur mineralische Farben in historisch belegten Farbtönen, und die Farbwahl muss vorab genehmigt werden. Ein WDVS ist bei denkmalgeschützten Fassaden meist nicht möglich, hier kommen alternativ Innendämmsysteme oder Dämmputze in Frage. Die Gerüstkosten sind ein wesentlicher Bestandteil jeder Fassadensanierung und machen etwa 20 bis 25 Prozent der Gesamtkosten aus. Ein Standgerüst kostet 6 bis 12 EUR pro Quadratmeter Fassadenfläche und bleibt in der Regel 2 bis 4 Wochen stehen. Bei beengten Platzverhältnissen in der Stadt oder bei besonders hohen Gebäuden können Hängegerüste oder Fassadenlifte notwendig sein, die deutlich teurer sind. Tipp: Koordinieren Sie möglichst alle Fassadenarbeiten in einem Durchgang, um das Gerüst nur einmal aufstellen zu müssen. Wenn gleichzeitig neue Fenster eingebaut, die Dachrinne erneuert oder die Fassade gedämmt wird, teilen sich die Gerüstkosten auf mehrere Gewerke auf. Das Fassadestreichen selbst ist theoretisch eine Arbeit, die handwerklich begabte Heimwerker übernehmen könnten - allerdings nur im Erdgeschossbereich ohne Gerüst. Ab dem ersten Stockwerk sind professionelle Absturzsicherung und Gerüstbau Pflicht. Außerdem erfordert die korrekte Untergrundbeurteilung und Farbauswahl Fachkenntnis: Ein falscher Farbanstrich auf nicht tragfähigem Untergrund blättert bereits nach wenigen Monaten ab. Professionelle Maler prüfen den Untergrund mit Kratz- und Klebebandtest, wählen die passende Grundierung und garantieren eine Haltbarkeit von 10 bis 15 Jahren. Bei einer Fassadenfläche ab 100 Quadratmetern überwiegen die Vorteile einer professionellen Ausführung deutlich.
Häufige Fragen
In der Regel alle 10 bis 15 Jahre, abhängig von der Witterungsbelastung, der Himmelsrichtung und der Farbqualität. Nordfassaden sind durch Feuchtigkeit und Algenbefall stärker belastet und müssen häufiger erneuert werden als Südfassaden. Hochwertige Silikonharz- oder Silikatfarben halten länger als günstige Dispersionsfarben. Achten Sie auf erste Anzeichen wie Abblätterung, Kreideabrieb oder Verfärbungen.
Für einen reinen Fassadenanstrich gibt es keine Förderung. Sobald jedoch eine thermische Verbesserung durch ein WDVS erfolgt, greift der Sanierungsbonus des Bundes mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Zusätzlich bieten alle Bundesländer eigene Förderprogramme für thermische Sanierung. Voraussetzung ist immer die Antragstellung VOR Beginn der Arbeiten und die Ausführung durch einen gewerblichen Fachbetrieb.
Im Erdgeschossbereich ist das mit einer Leiter grundsätzlich möglich, wenn der Untergrund in gutem Zustand ist. Ab dem ersten Stockwerk ist ein Gerüst Pflicht, und das professionelle Aufstellen und Absichern eines Gerüsts erfordert eine Gewerbeberechtigung. Außerdem ist die Untergrundbeurteilung entscheidend: Falscher Farbauftrag auf nicht tragfähigem Grund blättert nach wenigen Monaten ab und die Arbeit war umsonst.
Ein reiner Fassadenanstrich eines Einfamilienhauses dauert 3 bis 5 Arbeitstage, inklusive Gerüstaufbau und -abbau etwa eine Woche. Eine Vollsanierung mit Putzabtrag und Neuverputz dauert 2 bis 3 Wochen. Ein WDVS mit Dämmung, Putz und Anstrich benötigt 3 bis 4 Wochen. Dabei spielen die Trocknungszeiten zwischen den Arbeitsschritten eine wichtige Rolle, die wetterabhängig sind.
Ja, es ist ratsam und in manchen Gemeinden auch vorgeschrieben, die Nachbarn vorab zu informieren, besonders wenn das Gerüst oder Schutzplanen an die Grundstücksgrenze reichen. Über FixBuddy finden Sie professionelle Malerbetriebe in Ihrer Region, die sich um alle Genehmigungen, Absicherungen und auch die Nachbarschaftskommunikation kümmern und Ihnen ein sorglos-Paket für Ihre Fassadensanierung bieten.
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