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Was kostet eine Wärmepumpe? Preise 2026 in Österreich

Die Wärmepumpe ist das Heizsystem der Zukunft und in Österreich dank üppiger Förderungen so attraktiv wie nie zuvor. Je nach Wärmequelle und Leistung kostet eine Wärmepumpe zwischen 12.000 und 35.000 EUR inklusive Einbau, wobei Förderungen bis zu 75 Prozent der Kosten übernehmen können. Neben den Anschaffungskosten überzeugt die Wärmepumpe vor allem durch niedrige Betriebskosten, da sie aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme erzeugt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Wärmepumpentypen es gibt, was sie kosten und wie Sie die maximale Förderung in Österreich erhalten.

Wärmepumpentypen im Vergleich - Luft, Erde oder Wasser

Die Wahl des Wärmepumpentyps hängt von Ihrem Grundstück, dem Heizbedarf und dem Budget ab. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit Abstand die beliebteste Variante in Österreich und kostet inklusive Einbau zwischen 12.000 und 22.000 EUR. Sie entzieht der Außenluft Wärme und benötigt keine aufwendigen Erdarbeiten, weshalb sie auch bei Sanierungen problemlos nachgerüstet werden kann. Der COP-Wert (Coefficient of Performance) liegt bei modernen Geräten bei 3,5 bis 4,5, das bedeutet, aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,5 bis 4,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt. Bei sehr tiefen Temperaturen unter minus 15 Grad sinkt die Effizienz allerdings spürbar. Die Erdwärme-Wärmepumpe, auch Sole-Wasser-Wärmepumpe genannt, nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs und kostet zwischen 18.000 und 30.000 EUR. Dazu kommen noch die Kosten für die Tiefenbohrung von 8.000 bis 15.000 EUR oder für Flächenkollektoren, die eine große, unbebaute Gartenfläche benötigen. Der Vorteil: Die Erdwärme-Wärmepumpe erreicht ganzjährig einen COP von 4,5 bis 5,5 und arbeitet damit deutlich effizienter als die Luftvariante. Die Grundwasser-Wärmepumpe ist die effizienteste Variante mit einem COP von bis zu 6,0 und kostet zwischen 20.000 und 35.000 EUR. Sie benötigt einen Saug- und einen Schluckbrunnen, weshalb eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich ist. Nicht auf jedem Grundstück ist ausreichend Grundwasser vorhanden, daher ist eine hydrogeologische Voruntersuchung Pflicht.

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Förderungen in Österreich - bis zu 75 Prozent der Kosten zurückholen

Österreich bietet eines der großzügigsten Fördersysteme für Wärmepumpen in ganz Europa. Im Rahmen der Initiative "Raus aus Öl und Gas" fördert der Bund den Umstieg von fossilen Heizsystemen auf Wärmepumpen mit bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Bundesförderung beträgt bis zu 23.000 EUR für den Tausch einer Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus. Zusätzlich gibt es Landesförderungen, die je nach Bundesland zwischen 2.000 und 8.000 EUR betragen können. In Niederösterreich gibt es etwa einen Sanierungsbonus von bis zu 5.000 EUR, in der Steiermark bis zu 4.000 EUR und in Oberösterreich bis zu 3.500 EUR. Auch einzelne Gemeinden bieten zusätzliche Zuschüsse an. Die Förderungen lassen sich in den meisten Fällen kombinieren, sodass bei einer Öl-Heizungssanierung die effektiven Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auf unter 5.000 EUR sinken können. Wichtig ist die richtige Reihenfolge: Der Förderantrag muss vor Beauftragung des Installateurs gestellt werden, sonst verfällt der Anspruch. Der Sanierungsbonus umfasst neben der Wärmepumpe auch thermische Sanierungsmaßnahmen wie Dämmung und Fenstertausch. Wer beides kombiniert, profitiert besonders stark, da eine gut gedämmte Gebäudehülle eine kleinere und damit günstigere Wärmepumpe ermöglicht. Die Förderanträge werden über die Kommunalkredit Public Consulting abgewickelt, die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 4 bis 8 Wochen.

Was beeinflusst den Preis?

  • Wärmepumpentyp: Luft-Wasser ist am günstigsten, Grundwasser am teuersten aber effizientesten
  • Heizlast des Gebäudes: Je besser gedämmt, desto kleiner und günstiger die Wärmepumpe
  • Tiefenbohrung oder Flächenkollektor: Bei Erdwärme ein erheblicher Zusatzkostenfaktor je nach Geologie
  • Heizsystem im Haus: Fußbodenheizung ermöglicht optimale Effizienz, Radiatoren erfordern eventuell Nachrüstung
  • Förderungen: Bundes- und Landesförderungen können bis zu 75 Prozent der Kosten abdecken

Betriebskosten und Effizienz - was die Wärmepumpe im Alltag kostet

Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe sind deutlich niedriger als bei Öl- oder Gasheizungen und machen einen großen Teil ihrer Attraktivität aus. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche und einem Heizwärmebedarf von 15.000 Kilowattstunden pro Jahr liegen die Stromkosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe bei 800 bis 1.200 EUR jährlich, abhängig vom Stromtarif und der Effizienz des Geräts. Zum Vergleich: Eine Ölheizung verursacht bei aktuellen Ölpreisen rund 2.500 bis 3.500 EUR Heizkosten pro Jahr, eine Gasheizung etwa 1.800 bis 2.500 EUR. Die Wärmepumpe spart also jährlich 1.000 bis 2.300 EUR an Heizkosten ein. Die Effizienz der Wärmepumpe wird maßgeblich von der Vorlauftemperatur beeinflusst. Ideal ist eine Fußbodenheizung mit nur 30 bis 35 Grad Vorlauftemperatur, bei der die Wärmepumpe ihren optimalen COP erreicht. Altbau-Radiatoren mit 55 bis 70 Grad Vorlauftemperatur senken den COP deutlich und erhöhen die Stromkosten. In vielen Fällen lohnt es sich daher, beim Wärmepumpentausch auch auf Fußbodenheizung umzurüsten, was zusätzlich 40 bis 80 EUR pro Quadratmeter kostet. Die jährliche Wartung einer Wärmepumpe ist unkompliziert und kostet zwischen 150 und 300 EUR. Sie umfasst die Prüfung des Kältemittelkreislaufs, die Reinigung von Filtern und Wärmetauschern sowie eine Funktionskontrolle der Steuerung. Im Vergleich zu einer Ölheizung mit Tankreinigung und Brennerwartung ist das deutlich günstiger und weniger aufwendig.

Tipps zum Sparen

  1. 1 Stellen Sie den Förderantrag unbedingt vor der Beauftragung des Installateurs, sonst verlieren Sie den Anspruch auf die Förderung.
  2. 2 Kombinieren Sie den Wärmepumpentausch mit einer thermischen Sanierung - so profitieren Sie doppelt von Förderungen und benötigen eine kleinere, günstigere Wärmepumpe.
  3. 3 Lassen Sie eine professionelle Heizlastberechnung durchführen, damit die Wärmepumpe weder über- noch unterdimensioniert wird.
  4. 4 Holen Sie mindestens drei Angebote ein und achten Sie darauf, dass die Jahresarbeitszahl (JAZ) im Angebot angegeben wird - sie zeigt die tatsächliche Effizienz im Betrieb.

Einbau und Voraussetzungen - was Sie vor der Installation wissen müssen

Der Einbau einer Wärmepumpe erfordert sorgfältige Planung und sollte ausschließlich von einem zertifizierten Installateur durchgeführt werden. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigen Sie einen geeigneten Aufstellort für das Außengerät, das Geräusche von etwa 40 bis 55 Dezibel verursacht. In Österreich gelten je nach Bundesland unterschiedliche Abstandsregelungen zum Nachbargrundstück, in der Regel mindestens 3 Meter. Die Gemeinde kann zusätzliche Auflagen erteilen, etwa wenn das Grundstück in einem Siedlungsgebiet mit dichter Bebauung liegt. Bei der Erdwärme-Wärmepumpe muss vorab eine geologische Untersuchung durchgeführt werden, um die Bodenbeschaffenheit und Wärmeleitfähigkeit zu ermitteln. Eine Tiefenbohrung geht üblicherweise 100 bis 150 Meter in die Tiefe und benötigt eine wasserrechtliche Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft. In einigen Regionen Österreichs, etwa in Wasserschutzgebieten, sind Tiefenbohrungen nicht erlaubt. Flächenkollektoren werden in einer Tiefe von 1,2 bis 1,5 Metern verlegt und benötigen eine unbebaute, unversiegelte Fläche von mindestens dem 1,5- bis 2-fachen der zu beheizenden Wohnfläche. Die elektrische Anschlussleistung einer Wärmepumpe beträgt typischerweise 3 bis 10 Kilowatt, weshalb in vielen Fällen ein Drehstromanschluss erforderlich ist. Ihr Elektriker prüft vorab, ob die bestehende Elektroinstallation ausreicht oder verstärkt werden muss. Viele Energieversorger in Österreich bieten spezielle Wärmepumpentarife an, die 2 bis 4 Cent pro Kilowattstunde günstiger sind als der Normaltarif, dafür aber Sperrzeiten von bis zu 3 Stunden pro Tag vorsehen, in denen die Wärmepumpe vom Netz getrennt wird.

Häufige Fragen

Ja, moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten zuverlässig bis minus 20 Grad Celsius. Die Effizienz sinkt bei sehr tiefen Temperaturen zwar ab, doch selbst bei minus 15 Grad liefert eine gute Wärmepumpe noch einen COP von 2,0 bis 2,5. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen sind von der Außentemperatur praktisch unabhängig und arbeiten ganzjährig mit konstant hoher Effizienz.

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen im Normalbetrieb etwa 40 bis 55 Dezibel am Außengerät, vergleichbar mit einem leisen Gespräch. In 3 Metern Entfernung reduziert sich der Pegel deutlich. In Österreich gelten je nach Bundesland Grenzwerte für den Schallpegel an der Grundstücksgrenze, die eingehalten werden müssen. Bei der Planung sollte der Installateur eine Schallberechnung durchführen.

Grundsätzlich ja, allerdings ist die Effizienz im unsanierten Altbau geringer, da die hohen Vorlauftemperaturen für alte Radiatoren den COP senken. Ideal ist die Kombination aus Wärmepumpe und Fußbodenheizung. Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen können aber auch Vorlauftemperaturen von 60 bis 65 Grad liefern und sind damit auch für bestehende Heizkörper geeignet. Eine vorherige thermische Sanierung verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich.

Im Rahmen von "Raus aus Öl und Gas" fördert der Bund den Tausch fossiler Heizungen mit bis zu 23.000 EUR für Einfamilienhäuser. Zusätzlich gibt es Landesförderungen zwischen 2.000 und 8.000 EUR je nach Bundesland. Die Förderungen sind kumulierbar, sodass bis zu 75 Prozent der Investitionskosten abgedeckt werden können. Auf FixBuddy finden Sie zertifizierte Installateure in Ihrer Nähe, die Sie auch bei der Förderabwicklung unterstützen.

Eine Wärmepumpe hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren, wobei der Kompressor das zentrale Verschleißteil ist. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen halten tendenziell länger als Luft-Wasser-Modelle, da sie gleichmäßiger arbeiten. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer deutlich. Die Erdsonden bei einer Erdwärme-Wärmepumpe halten sogar über 50 Jahre.

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